Deutscher Gewerkschaftsbund

01.05.2018

Tag der Ar­beit 2018: So­li­da­ri­tät, Viel­fal­t, Ge­rech­tig­keit

„Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit“ – unter diesem Motto demonstrierten am Tag der Arbeit 800 Menschen in Trier

Bundesweit haben 340.000 Frauen und Männer an Veranstaltungen des DGB zum Tag der Arbeit teilgenommen und sind unter dem Motto "Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit" auf die Straßen und Plätze gingen.

Die landeszentrale Kundgebung des DGB Rheinland-Pfalz/Saarland fand in diesem Jahr in Trier statt. Dort sprachen der Vorsitzende des DGB RLP/Saarland, Dietmar Muscheid und die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer. An der Veranstaltung auf dem Trierer Hauptmarkt nahmen rund 800 Menschen teil.

Mit Blick auf den Start des Karl-Marx-Jubiläumsjahres trat der Trierer Bürgerchor mit Auszügen aus dem Bühnenstück „Marx I“ auf. Andreas Sittmann Spielte Stücke aus seiner Revue über das Wirken Marx‘ und der Trierer Revolutionäre und Jürgen Reitz, Erwin Irmisch und Dr. Brigitte Quack zitierten Erstaunliches aus dem Briefwechsel von Marx und Engels. Auch das jüngere Publikum kann nicht zu kurz. Die NGG Bezirksjugend führte eine „Tagesshow“ zum Marxjahr auf und der Deutsche HipHop von Dopajestics heizte das Publikum mächtig ein.

Mit Blick auf die Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, erinnerte Muscheid daran, wie vorausschauend der weltbekannte Trierer, Karl Marx der am 5. Mai 1818 in Trier geboren wurde, die Dynamik des Kapitals auf und die damit verbundenen gesellschaftlichen Umwälzungen analysiert hat. Muscheid konstatierte, dass wir mit der Digitalisierung heute wieder vor ähnlichen Herausforderungen stehen und sich dieser Prozess nicht aufhalten, aber mitgestalten lasse:

„Es wird starke Gewerkschaften brauchen, um die Digitalisierung so zu gestalten, dass sie den Menschen nutzt, ihnen neue Freiheiten verschafft und sie nicht als digitales Proletariat ausbeutet. Noch stehen wir am Beginn des Digitalisierungsprozesses und erleben bereits heute, dass rund 3,7 Millionen Beschäftigte in Vollzeit weniger als 2.000 Euro brutto verdienen. Im Westen betrifft das fast 18 Prozent der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten, im Osten fast jeden Dritten. Und das in Zeiten einer boomenden Wirtschaft! Wen wundert es, wenn diese Menschen Zukunftsängste in sich tragen?“, so Muscheid, der in seiner Rede eine grundlegende Reform der Agenda 2010-Politik forderte, die eine bessere soziale Absicherung zum Ergebnis haben muss. Auch ein besseres Angebot zur Qualifizierung und Weiterbildung nannte Muscheid als wichtige Stellschraube, um den Herausforderungen der Digitalisierung zu begegnen.

Zum Abschluss sendete Muscheid noch ein deutliches Signal für eine solidarische Gesellschaft und gegen den Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit: „Es spielt keine Rolle, wo unsere Kolleginnen und Kollegen geboren wurden, welche Hautfarbe  oder welchen Glauben sie haben - wir demonstrieren heute alle gemeinsam dafür, dass die Weichen für die Zukunft der Arbeit richtig gestellt werden. Nur so können wir den Menschen die Ängste nehmen, die die rechten Brandstifter zum Stimmenfang missbrauchen.“

Der DGB Regionsgeschäftsführer, James Marsh, zeigte sich als Veranstalter zufrieden sowohl mit dem trockenen Wetter als auch mit der Beteiligung: „Ich habe von vielen gehört, dass sie dies eine gelungene Veranstaltung fanden. Besonders positiv vermerkt wurde, dass die Kundgebung auf dem Hauptmarkt stattgefunden hat. Ich hoffe auch in den nächsten Jahren unsere Kundgebung auf dem Hauptmarkt stattfinden kann.“


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