Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 18.09.2017 - 18.09.2017

DGB: Wählen gehen - für mehr soziale Gerechtigkeit!

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ruft die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, bei der Bundestagswahl am 24. September ihre Stimme für mehr soziale Gerechtigkeit, eine verlässliche Rente, mehr Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie mehr Fairness auf dem Arbeitsmarkt zu nutzen. „In der Region Trier, vor allem im städtischen Raum, fehlen bezahlbare Wohnungen. Im öffentlichen Dienst sollen weiterhin Stellen abgebaut werden, aber uns fehlen Lehrerinnen und Lehrer, Polizistinnen und Polizisten, Fachkräfte für Kindertagesstätten und Krankenhäuser“, sagte DGB-Regionsgeschäftsführer James Marsh.

Unter dem Motto „Jetzt gerecht!“ haben die DGB-Gewerkschaften ihre Anforderungen an die politischen Parteien zur Wahl formuliert. Im Vordergrund stehen die Stabilisierung der gesetzlichen Rente und eine Stärkung der Tarifbindung. „Tarifverträge bedeuten mehr Lohn, bessere Arbeitszeiten, mehr Urlaub und mehr Sicherheit. Aber immer weniger Menschen stehen unter dem Schutz von Tarifverträgen. Die Politik muss der Tarifpartnerschaft den Rücken stärken“ sagte James Marsh.

Obwohl die betriebliche Mitbestimmung gesetzlich geschützt ist, gehen immer mehr Unternehmen gegen Interessenvertretungen vor, zum Teil mit drastischen Mitteln und professioneller Unterstützung. „Hier in der Region Trier kämpfen wir derzeit gegen die Umgehung von Betriebsratswahlen bei TofuTown in Wiesbaum (Eifel). Die Geschäftsführung hat nicht nur die Kündigung von vier in seinem Betrieb beschäftigten Gewerkschaftsmitgliedern veranlasst, sondern zudem auch noch eine sogenannte Mitarbeitervertretung ins Leben gerufen, um die Wahl eines Betriebsrates nach dem Betriebsverfassungsgesetzes zu umgehen. Das ist ein echter Skandal“, sagte Marsh.

Die DGB-Gewerkschaften fordern, die laufende Ausbreitung prekärer Jobs zu stoppen – von unbegründeten Befristungen über Leiharbeit und Minijobs bis hin zu Stundenverträgen, von denen kein Mensch leben kann. „Minijobs werden oft zum Tricksen bei Lohn und Arbeitnehmerrechten missbraucht und werfen kaum etwas für die spätere Rente ab. Allein in der Region Trier leben fast 40.000 Menschen ausschließlich von Minijobs, vor allem Frauen. Viele Arbeitgeber stören die oft prekären Folgen der Minijobs nicht – sie haben ihr Geschäftsmodell darauf aufgebaut. Wir aber wollen Ordnung auf dem Arbeitsmarkt: Löhne müssen für ein gutes Leben und soziale Absicherung bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und für das Alter reichen. Wir fordern die Parteien auf, sich für Gute Arbeit einzusetzen“, sagte DGB-Regionsgeschäftsführer James Marsh.

 


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